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Forschung

3. Juli 2012

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Vielfältiges Leben – Biodiversität im Nationalpark Hohe Tauern. Artenvielfalt im Fokus der Forschung

Matrei in Osttirol, 03. Juli 2012 – Biodiversität ist die Grundlage gesunder Ökosysteme – und Inhalt bedeutender Forschungsprojekte. Im größten Naturschutzgebiet Mitteleuropas – dem Nationalpark Hohe Tauern – erleben jetzt internationale JournalistInnen Biodiversitäts-Forschung am „Lebenden Objekt“. Mit Nationalpark Rangern erkunden sie Hot Spots der Biodiversität und erfahren Neues aus der Forschung von renommierten ExpertInnen. Diese analysieren das Vorkommen und die Verbreitung der bisher im Nationalpark nachgewiesenen 9.994 Arten und erarbeiten Maßnahmen zu deren Erhaltung. Umfangreiche Datenbanken mit hunderttausenden Datensätzen werden dabei erstellt und dienen als wichtige Informationsquelle.

Natur ist Wandel. Ihre Fähigkeit, sich an stetig ändernde Umstände anzupassen sichert ihr Fortbestehen. Dazu bedarf es einer hohen biologischen Vielfalt, deren Vernetzung erst in Ansätzen verstanden ist. Ein guter Grund, sie intensiv zu erforschen. Das erfolgt im größten zusammenhängenden Naturschutzgebiet Mitteleuropas: dem Nationalpark Hohe Tauern. WissenschafterInnen analysieren hier 9.994 nachgewiesene Arten (Stand 2012) und erarbeiten Maßnahmen zu deren Erhaltung und zur Prognose ihrer weiteren Entwicklung; Arbeiten, die eine 10-köpfige Gruppe internationaler JournalistInnen nun live miterlebt.

Die Forschung ist seit Jahrzehnten ein zentraler Aufgabenbereich des Nationalparks Hohe Tauern. Dieser umfasst auch einen Schwerpunkt zur Artenvielfalt, der an eine über 230- jährige Tradition anknüpft. Denn bereits ab dem Jahr 1775 dokumentierte der Jesuit Franz Xaver von Wulfen die ersten Pflanzen im Bereich des Großglockners. Er legte den Grundstein für das Fundament der heutigen Forschung im Nationalpark: die Biodiversitätsdatenbank. Deren Bedeutung erläutert Landesrätin Dr. Tina Widmann, Vorsitzende des Nationalparkrates Hohe Tauern: „Eine unserer grundlegenden Aufgaben ist es, die Biodiversität zu erhalten und zu schützen. Dank unseres gesetzlichen Auftrags zur Forschung verstehen wir deren komplexe Zusammenhänge zunehmend besser. Ein wesentliches Tool dazu ist unsere Biodiversitätsdatenbank – mit ihren derzeit 230.000 Datensätzen.“ Für diese enorme Menge werden seit dem Jahr 2000 Informationen aus unterschiedlichsten Quellen laufend ausgewertet: Publikationen, private sowie öffentliche Sammlungen, Gutachten und Nationalpark-Projekte.

Ein solches Projekt – die Schmetterlingskartierung – zeigte Erstaunliches: mit 1.296 Schmetterlingsarten kommt allein im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern ein Drittel aller in Österreich erfassten Arten dieser Ordnung vor. Zu diesen zählen auch jene zwei weltweit einzigartigen Schmetterlinge, die erst im Jahr 1994 von dem Innsbrucker Zoologen Prof. Gerhard Tarmann entdeckt wurden. Dass es hier noch weitere einzigartige Schmetterlingsarten gibt – und andere nur nachts unterwegs sind – wird Prof. Tarmann den FachjournalistInnen im Rahmen der Pressereise persönlich näherbringen.

Eine solche Artenvielfalt ergibt sich auch durch eine überraschend große Diversität an Oberflächenformen. 1.492 Bedeckungsformen werden unterschieden – darunter auch jene in den 766 Mooren des Nationalparks, die 13,62 qkm bedecken. Auf dem Weg zum größten Gletscher der Ostalpen, der Pasterze, erfahren derzeit die JournalistInnen Neues über die ökologische Bedeutung und Entstehung dieser Moore – und ihre Gefährdung durch menschliche Eingriffe. Dass der menschliche Einfluss aber nicht immer auf Kosten der Artenvielfalt geht, lehren die Pockhorner Wiesen – ein Paradebeispiel für artenreiche Kulturlandschaften. Hier ermöglicht die traditionelle Kultur der Bergmahd ein harmonisches Zusammenleben der voneinander abhängigen 208 Blütenpflanzen- und 138 Insektenarten.

Weniger beschaulich ist das Leben in der geologisch ausgesprochen spannenden Dabaklamm: Temperaturunterschiede und spezielle Windverhältnisse stellen insbesondere die Vogelwelt vor eine Herausforderung. Auf 1.600 m Seehöhe spüren und erfahren die FachjournalistInnen dies aktuell am eigenen Leib.

So werden Einblicke in die umfassenden Forschungsleistungen mit Impressionen aus der beeindruckenden Bergwelt verbunden – Eindrücke, die das hohe Engagement des Teams des Nationalparks Hohe Tauern für den Erhalt der Artenvielfalt gut verstehen lassen.

Über den Nationalpark Hohe Tauern (Stand Juli 2012):
Mit einer Fläche von 1.836 qkm stellt der 1981 gegründete Nationalpark Hohe Tauern das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Mitteleuropas dar. Er beheimatet 10.000 Tier- und 1.800 Pflanzenarten und verfügt mit dem Großglockner (3.798 m) über die höchste Erhebung Österreichs. Neben seiner Funktion als Erholungsgebiet von Mensch und Natur betreibt der Nationalpark Hohe Tauern Projekte, welche auch Klimaforschung berücksichtigen. Wichtige derzeit laufende Projekte befassen sich mit der Gletschermassenbilanz, dem Gewässermonitoring und der Überwachung des Permafrosts.

Kontakt Nationalpark Hohe Tauern: Mag. Helene Mattersberger Öffentlichkeitsarbeit
Kirchplatz 2

9971 Matrei in Osttirol
T +43 (0) 4875 / 5112 – 23
M +43 (0) 664 / 25 16 166
E h.mattersberger@hohetauern.at W www.hohetauern.at

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