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Innovation

11. Dezember 2013

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Pilzinfektionen bei Frauen: Neue Chancen zur Behandlung einer hartnäckigen Erkrankung Therapie von Biofilm-assoziierter Infektion wird in Wien getestet

Wien, 11. Dezember 2013 – Ein innovatives Therapeutikum zur Behandlung von chronischem Scheidenpilz wird jetzt im Rahmen einer klinischen Phase-1-Studie in Wien untersucht. Das Medikament des Wiener Biopharma-Unternehmens ProFem wirkt auf neuartige Weise: Die als sogenannte Biofilme vorkommenden Pilzkolonien werden zunächst aufgelöst und so einem zweiten Wirkstoff zugänglich gemacht. Ziel der Therapie ist die vollständige Heilung dieser chronischen Erkrankung. Erweist sich das Therapiekonzept als erfolgreich, wird ProFem mit Unterstützung des universitären Gründerservice INiTS weitere Therapien gegen andere Biofilm-assoziierte Erkrankungen entwickeln.

Das Wiener Unternehmen ProFem GmbH gab heute den Start der Phase-1-Studie ihres Therapeutikums Candiplus (Prof-001) bekannt, das die Heilung von chronischem Scheidenpilz ermöglichen soll. Diese Pilzinfektion stellt eine bei Frauen weitverbreitete Infektionserkrankung dar. Drei Viertel aller Frauen sind sporadisch betroffen, 5–10 % sind sogar chronisch infiziert. Für die chronische Form der Erkrankung sind insbesondere auch spezielle Wuchsformen der Pilzkolonien, die Biofilme, verantwortlich. Genau diese bekämpft das neue Therapeutikum von ProFem und greift dabei auf einen innovativen Wirkmechanismus zurück.

Film ab!

Biofilme sind Ansammlungen von Mikroorganismen, die sich sowohl aneinander als auch an eine Oberfläche haften und zusätzlich mit einer schützenden Polymermatrix umgeben sind. Diese Wuchsform schützt die Krankheitserreger vor feindlichen Umwelteinflüssen – und damit auch vor dem effektiven Einsatz von Medikamenten. Dazu wie man diesen Krankheitserregern dennoch begegnen kann, meint DDr. Marion Noe, CEO von ProFem: „Die Haftung der Mikroorganismen untereinander und an einer Oberfläche ist der Schlüssel zur Bekämpfung eines solchen Biofilms. Daher greift Candiplus genau dort an. Es blockiert die Haftmechanismen der einzelnen Pilzzellen. Damit lockert es den Biofilm auf und macht die Pilze einem ebenfalls im Therapeutikum enthaltenen Antimykotikum – also einem Wirkstoff gegen Pilze – zugänglich.“ ProFem kombiniert dazu in Candiplus einen bereits

zugelassenen Wirkstoff mit einem etablierten Antimykotikum. Die Sicherheit und Verträglichkeit dieser Kombination wird nun in einer Phase-1-Studie am AKH Wien, Institut für klinische Pharmakologie, mit geplanten 25 Probandinnen untersucht.

Markt für Mykotikum

Die Entwicklung dieser neuartigen Wirkstoffkombination wurde dabei auch von der INiTS Universitäres Gründerservice Wien GmbH mit begleitet. Dazu die Geschäftsführerin des INiTS, Dr. Irene Fialka: „Die Idee der Kombination dieser beiden Wirkstoffe bietet eine große Chance: Das Gesamtmarktvolumen für Antimykotika beträgt derzeit etwa elf Milliarden US- Dollar, wovon allein drei Milliarden auf vaginale Pilzinfektionen entfallen. Dieser Markt steht ProFem offen, wenn Candiplus alle regulatorischen Auflagen erfüllt. Zusätzlich entwickeln wir gemeinsam mit ProFem gleichzeitig eine effiziente Strategie, um diese Innovation zukünftig auch für weitere Indikationen anbieten zu können.“ Denn tatsächlich sind Biofilme nicht nur bei Scheideninfektionen maßgeblich am Krankheitsverlauf beteiligt, wie DDr. Noe erläutert: „Bei bestimmten Begleiterkrankungen von Chemotherapien oder HIV-Infektionen, bei der Reizblase und bei etlichen anderen Erkrankungen spielen Biofilme ebenfalls eine zum Teil noch nicht genau geklärte Rolle. Das therapeutische Grundkonzept von Candiplus bietet also auch zur Behandlung dieser Probleme einen vielversprechenden Behandlungsansatz.“

Über ProFem (Stand Dezember 2013):
Die Gründer der Firma ProFem GmbH befassen sich seit 2006 mit der Entwicklung neuer Medikamente für spezifische Frauenkrankheiten. ProFem konzentriert sich damit auf einen medizinischen Bereich, für den ein auffälliger Mangel an innovativen Therapieansätzen bei gleichzeitig hohem therapeutischem Bedarf besteht. Das erste Zielgebiet sind therapieresistente chronische Infektionen im Urogenitalbereich. Das 2012 gegründete Unternehmen hat seinen Firmensitz in Wien und wird seit 2010 von INiTS unterstützt.

Über INiTS (Stand Dezember 2013):
INiTS hat sich seit dem Jahr 2002 als Business-Inkubator das Ziel gesetzt, die Erfolgswahrscheinlichkeit von innovativen, wachstumsstarken Start-ups im Raum Wien zu erhöhen. In einem intensiven Betreuungs-Programm stellt INiTS den JungunternehmerInnen/Start-ups Beratung, Finanzierung, Hands-on Unterstützung, Kontakt und Zugang zu Know-how sowie Büroräumlichkeiten zur Verfügung, um deren Fortschritt zu beschleunigen. Das Programm richtet sich an ambitionierte AbsolventInnen, MitarbeiterInnen und Studierende der Wiener Universitäten und Fachhochschulen, die ihre innovativen Ideen in die Tat umsetzen wollen. INiTS ist das Wiener Zentrum des AplusB-Programms des BMVIT und ein Unternehmen der ZIT, der Technologieagentur der Stadt Wien, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien und wird auch durch Mittel der EU gefördert. (www.inits.at)

Kontakt ProFem: DDr. Marion Noe CEO
ProFem GmbH Riglergasse 4 1180 Wien

T +43 / (0)676 / 720 30 70 E marion.noe@chello.at

Kontakt INiTS:
Mag. Eva Krizsanits
Marketing & PR
INiTS Universitäres Gründerservice Graumanngasse 7 / Stiege B / 5. Stock 1150 Wien
T +43 / (0)1 / 715 72 67 – 21
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W http://www.inits.at

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