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14. April 2010

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PFLANZENSAMEN: WUNDERSAME FORM DES LEBENS. EIN NEUES BUCH GIBT EIN- UND ÜBERBLICK

Hamburg, 14. April 2010 – Die Welt der Pflanzensamen anschaulich und reich bebildert darstellen – das gelingt in einem jetzt erschienenen Buch. Die biologische Bedeutung des Samens wird darin genauso erläutert wie deren faszinierender Kampf ums Überleben – inkl. Geschwister „Mord“. Abenteuerliche Reisen auf dem Weg der Verbreitung – ob im Magen eines Vogels oder auf den Wellen der Ozeane – werden anekdotenhaft beschrieben. Genauso schildert der Buchautor und Staudensamen-Experte Klaus R. Jelitto die vielfältigen Methoden der Natur, die Keimungen fristgerecht zu „timen“ – oftmals zur Verzweiflung der Gärtner. Ein Buch, das für interessierte Laien ebenso spannend und informativ ist wie für den Profi-Gärtner.

„In vielen Gesprächen mit ihm habe ich begriffen, dass meine Kenntnisse über Samen recht gering gewesen sind“, sagt Hannelore („Loki“) Schmidt in ihrem Vorwort zum Buch von Klaus R. Jelitto. Die Frau des Deutschen Alt- Bundeskanzlers Helmut Schmidt gründete 1976 die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Ihr Lob gilt gleichermaßen dem Autor wie dem Buch „Ein Blick in die wundersame Welt der Pflanzensamen“, das jetzt in erster Auflage erschienen ist.

Wozu gibt es Samen? Eine Frage, auf die es scheinbar keine simple Antwort gibt. Auch das nun erstmals veröffentlichte Buch gibt keine eindeutige Antwort. Das Buch liefert aber unzählige Facetten, Anekdoten, Eigenheiten und Skurrilitäten über Samen, so dass sich der Leser am Ende des Buches eher fragt, ob es in der Pflanzenwelt denn überhaupt auch ohne Samen funktionieren kann.

In den etwas über 200 Seiten des Buches schafft es Klaus R. Jelitto den Leser in den Bann dieses bisher wenig beachteten Lebensabschnittes der Pflanze zu ziehen. Stehen für den Gärtner Samen meist am Anfang einer Auseinandersetzung mit der wachsenden Pflanze, so schildert das Buch die vielen Phasen eines Samen-Lebens, die ihn für seine Rolle reif machen. Klaus R. Jelitto kann in seinen Schilderungen auf eine reiche praktische und professionelle Erfahrung zurückgreifen: Bereits 1957 gründete er das heute als „Jelitto Staudensamen GmbH“ bekannte Unternehmen, das mit einem Sortiment von über 3.500 Sorten Staudensamen als der weltweit führende Fachhandel gilt.

Zu den Inhalten des Buches meint Jelitto, der in den 1970er Jahren auch ein patentiertes Verfahren zur Brechung der Keimruhe von kaltkeimenden Arten entwickelt hat: „Samen reifen heran – oder eben nicht; Samen kämpfen ums Überleben, sie gehen auf Reisen und – je nach Umweltbedingungen – verhindern oder fördern sie ihre eigene Keimung. Wer den Samen versteht, der versteht die Pflanze. Es ist mir ein Anliegen, 50 Jahre praktische und

wissenschaftliche Erfahrungen mit Staudensamen in konzentrierter Form mit diesem Buch zu vermitteln. Dabei habe ich besonders auf eine reiche Bebilderung Wert gelegt. Denn viel Faszinierendes des Samens bleibt uns ja auf den ersten Blick verborgen.“

Die insgesamt 250 Abbildungen des Buches verteilen sich auf die folgenden sechs Kapitel, in die das Werk gegliedert ist:

  • –  Die Evolution der samenbildenden Pflanzen
  • –  Die vegetative Fortpflanzung samenbildender Pflanzen
  • –  Die Rolle der Pflanzenhormone
  • –  Die Entstehung der Samen
  • –  Die räumliche und zeitliche Verbreitung der Samen
  • –  Die Bedeutung von Samenqualität und Keimkraft in der Kultur

    Ein Anhang des Buches bietet dem Leser eine umfassende Aussaatanleitung, die zu den Bedürfnissen der verschiedenen Samensorten wertvolle Tipps und Anregungen bietet.

    Weitere Details zum Inhalt im Anhang an diese Pressemitteilung. Pressefotos & Rezensionsexemplare verfügbar. Siehe Kontakt unten.

    Titel: Ein Blick in die wundersame Welt der Pflanzensamen, und wie diese Welt entstand Autor: Klaus R. Jelitto
    Verlag: BOD, Norderstedt
    ISBN 978-3-8391-5444-1

    Preis: EUR 36,36

    Über den Autor Klaus R. Jelitto
    Gründete 1957 das heute als „Jelitto Staudensamen GmbH“ bekannte Unternehmen in Schwarmstedt / Niedersachsen, das mehr als 3.500 Sorten von Staudensamen vertreibt und über drei Büros in England/Irland, USA/Canada und Japan verfügt. Er war Gründungsmitglied der im Jahr 1965 gegründeten ISU – Internationalen Staudenunion. Er diente als erster Vorsitzende des 1998 ins Leben gerufene „International Committee“ der PPA (Perennial Plant Association, USA), und war am Aufbau des internationalen Gärtneraustausches von Loki Schmidt in Hamburg beteiligt. Er betätigt sich auch im Stiftungsrat der „Stiftung Naturschutz Hamburg und Loki Schmidt Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Im Jahr 2005 verlieh ihm der Zentralverband des Gartenbaus in Deutschland die Georg-Arends-Medaille in Anerkennung seines Beitrags zur Staudenzucht. Er ist der Sohn von Leo Jelitto, des ehemaligen Herausgebers der Fachzeitschrift „Der Erwerbsgärtner“ und Mitautor des deutschsprachigen Standardwerks „Die Freilandschmuckstauden“.

    Kontakt:
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Ausführlicher zum Inhalt des Buches:

Der Frage, wozu es Samen überhaupt gibt (es geht ja auch ohne), nimmt sich der Autor bereits im ersten Abschnitt an, in dem der Leser auf eine Zeitreise genommen wird. Dort wird die Evolution der Samenpflanze von dem Einzeller in der Ursuppe bis zu unseren heutigen Samenpflanzen dargestellt. Die Frage „Geht’s auch ohne?“ wird dabei anhand der vegetativen Vermehrung von Samenpflanzen mit einem „Ja, nur halt primitiver“ beantwortet.

Ein Exkurs über die Bedeutung der Pflanzenhormone bei den Samenpflanzen leitet vom entwicklungsgeschichtlichen Teil des Buches zum physiologischen Teil über. In diesem Teil steht die Entwicklung des Samens an der Mutterpflanze im Mittelpunkt. Dabei wird insbesondere die Bestäubung näher betrachtet, da die Verbreitung der Pollen doch spannende und viel sagende Parallelen zur – später beschriebenen – Samenverbreitung aufweist. Damit greift der Text die im ersten Teil als quasi „Roter Faden“ des Buches eingeführte Bedeutung der „Verbreitung“ wieder auf. Es folgen Beschreibungen der Befruchtung bei Samenpflanzen und Strategien der Samenpflanzen um Inzucht – also Selbstbestäubung und -befruchtung – zu vermeiden, zuzulassen oder gar zu erzwingen.

Ein interessantes Kapitel über Machtkämpfe und Rivalitäten im Reich der Samenpflanzen rundet das Kapitel über die Entstehung der Samen ab. Dabei wird sehr klar gezeigt, dass Selektion nicht nur zwischen Arten und entfernten Verwandten, sondern bereits zwischen den z. T. noch gar nicht „geborenen“ Samen-Geschwistern stattfindet.

„Die räumliche und zeitliche Verbreitung der Samen“ lautet das umfassendste Kapitel des Buches. Damit wird der zuvor erwähnte „Rote Faden“, die Verbreitung, erneut aufgegriffen und in all seinen Facetten beschrieben. Dabei werden die verschiedenen Mechanismen der räumlichen Verbreitung – durch Wind oder Wasser, Pflanzen oder Tiere sowie gewollt und ungewollt – anhand zahlreicher Beispiele plastisch beschrieben.

Mit einer neuen Interpretation zur Keimruhe fährt der Text fort. Dormanz – oder Keimruhe – wird als Mittel zum Zweck der Artenverbreitung über Generationen und Jahreszyklen hinaus erklärt. So wird verdeutlicht, dass Keimruhe ein Privileg der Samenpflanzen ist, das ihnen erlaubt, widrige Umstände abzuwarten und „auf bessere Zeiten“ zu hoffen. Eine Strategie, die enorme Vorteile in der Evolution brachte. Besonders schön und im Detail erklärt der Text das Phänomen der Kaltkeimer – Pflanzen also, deren Samen ohne Kälteeinwirkung erst gar nicht keimen. Eine einfache Strategie, die es erlaubt, junge Keimlinge erst im Frühjahr – nach kaltem Winter – empor kommen zu lassen. Hier erklärt der Text für Liebhaber und professionelle Gärtner auch deutlich, dass die falsche Interpretation der natürlichen Gründe für dieses Phänomen zu falschen Behandlungen der Samen in unseren Gärten führt. Ein rasches Einfrieren und wieder Auftauen ist eben noch kein Winter für die Samen – sondern deren Tod.

Das letzte Kapitel wendet sich direkt an die Profis: Die Qualität von Samen wird definiert und erklärt. Weiters werden Einflüsse, wie z. B. Reinheit oder Alter, auf diese Qualität beschrieben. Praktische Tipps zu Reinigung und Gefrierlagerung runden das Kapitel ab. Das Buch endet mit einer Schlussbetrachtung zum Naturschutz und der Interpretation von heimischen und „eingeschleppten“ Arten – und dessen möglichen Neubewertung unter der Berücksichtigung des unbändigen Verbreitungswillens der Samenpflanzen.

Ein Anhang des Buches bietet eine verbesserte Ausgabe einer Aussaatanleitung, die als alljährlicher Teil des Jelitto Staudensamenkatalogs in der Fachwelt als Standardwerk gilt. Seit über 50 Jahren jährlich optimiert wird diese Anleitung in zahlreichen in- und ausländischen Gartenbauschulen auch als Lehrmaterial verwendet.