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Forschung

26. November 2001

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Erstes Kompetenzzentrum für Biomedizin in Wien: Genforschung für Therapien gegen Entzündungserkrankungen

Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft gewährleistet Verwertung der Forschungsergebnisse in der Praxis.

Auf Erfolgskurs befindet sich Österreichs erstes Kompetenzzentrum für Biomedizin, Bio Molecular Therapeutics (BMT) in Wien: Über 60 Mitarbeiter nutzen ein Jahresbudget von mehr als ATS 50 Mio für vier Großprojekte zur Erforschung der genetischen Ursachen von chronischen Entzündungen wie Rheuma und Atherosklerose, Entzündungen des Magen-Darm-Trakts sowie von Erkrankungen des Immunsystems. Durch eine in Österreich einzigartige Forschungs- gemeinschaft von international anerkannten Universitätsinstituten, etablierten Pharma-unternehmen und Start-up-Firmen aus dem In- und Ausland wird ein rascher Transfer der Forschungsergebnisse vom Labor zum Patienten sichergestellt. Denn schließlich verursacht das Fehlen wirklich wirksamer Therapien für diese Volkskrankheiten schwere Behinderungen und etwa die Hälfte aller Todesfälle. Erst vor zwei Jahren gegründet, kann das BMT bereits konkrete Erfolge in Form von internationalen Veröffentlichungen, Patent- anmeldungen und Ansatzpunkte für neue Therapien vorweisen.

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms gilt als Meilenstein der Biowissenschaften. Eigentliches Ziel der Anstrengungen ist jedoch, die genetischen Ursachen für konkrete Erkrankungen zu finden. Mit zehn Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft, deren Forschungskompetenzen sich ergänzen, ist das Wiener BMT bei diesen Bemühungen an vorderster Stelle mit dabei. Die Trägergesellschaft des Kompetenzzentrums stellt sicher, dass relevante Forschungsergebnisse im Sinne der Patienten verwertet werden.

Die operativen Partner des BMT kommen aus der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung, Institut für Immunologie, Universitätsklinik für Dermatologie – Abteilung für Immundermatologie und infektiöse Hautkrankheiten), der Universität für Bodenkultur (Zentrum für Ultrastrukturforschung), von etablierten Pharmaunternehmen (Baxter, Novartis Forschungsinstitut) und dem dynamischen Start-up- Bereich (Biomax Informatics, Nanosearch, Polymun Scientific, Technoclone). Finanziell unterstützt werden die gemeinsamen Projekte durch die Technologie Impulse Gesellschaft (TIG), die das Kplus-Programm der Republik Österreich betreut, und die am Kompetenzzentrum direkt beteiligte Stadt Wien.

„Das gemeinsame Management ermöglicht nicht nur die effiziente Nutzung von Forschungsressourcen, sondern stellt auch den regen Austausch von Ideen und Kompetenzen sicher,“ erläutert die kaufmännische Geschäftsführerin Gudrun Baumann die Struktur des BMT. Das einzigartige Konzept des BMT füllt ein oft bemängeltes „Schwarzes Loch“ in der österreichischen Forschungslandschaft: Durch raschen Technologietransfer und das Schützen der Patentrechte wird sichergestellt, dass die Forschungsergebnisse auch tatsächlich Eingang in die Therapie am Patienten finden.

Gemessen an der Qualität und Quantität ihrer internationalen Veröffentlichungen zählen die im BMT gemeinsam forschenden Universitätsinstitute seit Jahren zu den „Top Five“ in Österreich. „Dies allein heilt aber noch keine Patienten,“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Bernd R. Binder, wissenschaftlicher Geschäftsführer des BMT und Vorstand des Instituts für Gefäßbiologie und Thromboseforschung. „Nur ein praxisorientierter Forschungsansatz ermöglicht es, aus bahnbrechenden Erkenntnissen der Grundlagenforschung wirksame Therapien zu entwickeln.“

Verdeutlicht wird dieser Ansatz durch die Integration von Start-up-Firmen aus dem akademischen Bereich, darunter auch das Münchner Unternehmen Biomax Informatics, das die in der Genforschung zunehmend wichtiger werdende Bioinformatik in die Forschungsgemeinschaft einbringt. Geschäftsführer Dr. Klaus Heumann: „In Wien gibt es eine rege Biotechnologie-Landschaft, deren Vielfalt für uns von unschätzbarem Wert ist. So können wir gemeinsam mit den Arbeitsgruppen des BMT einen neuartigen Chip zum besseren Verständnis entzündlicher Erkrankungen entwickeln.“

Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Schwarz, Vice President Scientific Affairs Baxter Bioscience, bestätigt: „Auch die Großunternehmen haben ihren Elfenbeinturm verlassen. Die gemeinsame Forschung mit jungen Start-up-Unternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen ist eine „Frischzellenkur“ für Baxter. Gemeinsam können wir kreative Ideen verfolgen und innovative Therapieansätze entwickeln.“

So wirken die von der Öffentlichen Hand für das Kplus-Kompetenzzentren-Programm bereitgestellten Förderungen als Hebel, der Investitionen aus der Privatwirtschaft in Bewegung setzt.

Pressefotos, Grafiken und Broschüre zum Download auf www.bmt-research.at/Photos

Kontakt:
Gudrun Baumann, BMT
Brunner Straße 59
A-1230 Wien
T: +43/ 1/ 867 36 92
E: gudrun.baumann@bmt-research.at

Wien, 26. November 2001