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Bildung

1. Dezember 2009

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Hochschulen im Dialog – Fachhochschulen für faire Forschungsförderung

 

Eine Dynamisierung der gesamten österreichischen Hochschulforschung bietet eine Lösung für die nachhaltige Forschungsfinanzierung an Fachhochschulen – so der Grundtenor einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion im Rahmen der Eröffnungswoche des neuen Stammhauses der FH Campus Wien. Dieses Lösungsmodell würde eine Korrektur eines aktuellen Ungleichgewichts erlauben, das durch die fehlende Basisfinanzierung der Forschung an den Fachhochschulen entsteht. Förderentscheidungen ausschließlich nach Qualitätskriterien und Overhead-Zahlungen könnten dabei den nötigen Ausgleich schaffen.

„FH = Forschungshochschule“: Unter diesem Titel fand vergangene Woche eine Podiumsdiskussion im neuen Gebäude der FH Campus Wien in der Favoritenstraße statt. Dass die Forschung an den Fachhochschulen ein bedeutendes Thema ist und gerade in der aktuellen Hochschuldebatte eine große Rolle spielt, spiegelte sich auch in der hochkarätigen Besetzung des Podiums wider. Veranstaltet und organisiert wurde die Diskussion von FH-Prof. Dr. Bea Kuen-Krismer, Leiterin des Departments Applied Life Sciences sowie von Univ.-Prof. DI Dr. Rudolf Bliem, Studiengangsleiter des Bachelorstudiums Bioengineering.

Ihren Forderungen nach einer fairen Forschungsfinanzierung stellten sich MinR Univ.-Doz. Dr. Günter Burkert-Dottolo, Leiter der Abteilung für forschungspolitisches Hochschulwesen im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, sowie Theresia Vogel-Lahner von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG).

Neben Univ.-Prof. DI Dr. Norbert Vana, dem Vizepräsidenten des Fachhochschulrates waren auch die Universitäten und die Wirtschaft am Podium vertreten: Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler, Rektor der Universität Wien, und Univ.-Prof. Dr. Alexander von Gabain, Mit-Gründer der Intercell AG, diskutierten über die Perspektiven und Rahmenbedingungen der Forschung an Hochschulen mit.

Langfristig, nachhaltig & herzeigbar

Die Fachhochschulen finanzieren ihre Forschung ausschließlich aus Drittmitteln. Eine Basisfinanzierung aus dem Budget des Wissenschaftsministeriums gibt es für sie – im Gegensatz zu den Universitäten – nicht. Ein Finanzierungsmodell mit Folgen, wie die FH- Professoren bei der Podiumsdiskussion erklärten: Kurze projektgetriebene Forschung mit einem Zeitstempel dominiere über das Schaffen einer langfristig nachhaltigen Exzellenz, Personalfluktuation bringe Know-how-Verlust und der Ausbau einer international herzeigbaren Forschung sei nicht möglich. Dazu wäre eine Finanzierung für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur dringend nötig. „Wir sind stolz darauf, unseren Finanzierungsbedarf weitestgehend selbst zu erwirtschaften. Einen wesentlichen Beitrag leisten dazu unsere Studierenden mit ihren Studiengebühren. Aber kann irgendjemand ernsthaft erwarten, dass dieser Beitrag der Studierenden oder eine Querfinanzierung aus den Budgetmitteln für die Lehre zur Finanzierung langfristiger Forschungsprojekte dienen soll?“, fragt FH-Prof. Bea Kuen-Krismer. Sie tritt für eine gerechte Verteilung von Forschungsgeldern an Hochschulen ein, die sicherstellen soll, dass auch Fachhochschulen eine langfristige nachhaltige Forschung leisten können.

Wie diese faire Finanzierung aussehen könnte, erörterte das Podium aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. So war die Basisfinanzierung ein wichtiges Schlagwort, welche für die Fachhochschulen in gleichem Ausmaß wie für die Universitäten zur Verfügung gestellt werden könnte. Größere Vernetzung mit den Industriepartnern war ein weiterer Vorschlag. Einig waren sich die Diskutierenden aus Wirtschaft, Hochschulen und Forschungsförderern aber vor allem in einem Punkt: Die Forschungslandschaft Österreichs braucht Dynamik.

Dynamik in die Hochschullandschaft

Eine Dynamisierung bei der Förderungsvergabe könnte bedeuten, dass künftig öffentliche Gelder leistungsorientiert vergeben werden. Das würde beinhalten, dass Qualität das einzige Kriterium sei, wonach Finanzierungsmittel vergeben werden und es gäbe keinen „hierarchisch gewachsenen“ grundlegenden Anspruch einiger Hochschulen auf Förderung. Dynamisierung könnte dann auch zur Folge haben, dass österreichische Hochschulen eine höhere Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene innehaben würden. Ein durchaus wünschenswerter „Nebeneffekt“.

Als wesentlicher Teil dieser Dynamisierung könnten Overhead-Zahlungen – die Abgeltung der indirekten Kosten, welche durch Nutzung oder Schaffung der Infrastrukturen anfallen – fungieren, welche international bereits üblich sind. Sie würden langfristige Kosten decken, und

es so erlauben aus der leistungsorientierten Finanzierungen den besten gesellschaftlichen Nutzen zu ziehen – mit größtmöglichem Know-how und hochwertiger Infrastruktur als gesicherten Grundstock.

Unter solchen Voraussetzungen könnte eine Dynamisierung der Hochschullandschaft der Schlüssel zur Lösung des Ungleichgewichts der öffentlichen Forschungsförderung darstellen. Sie würde das nötige Gleichgewicht wiederherstellen, damit die Hochschulen langfristig die Einheit von Forschung und Lehre erhalten können und den Brückenschlag zur Wirtschaft erfolgreich meistern.

Über die FH Campus Wien

Die Fachhochschule FH Campus Wien bietet als Bildungsunternehmen eine bunte Vielfalt an 19 Bachelor- und 14 Masterstudiengängen, fünf Masterlehrgängen und sechs Diplomstudiengängen an den Departments Applied Life Sciences, Technik, Bautechnik, Gesundheit und Soziales sowie Public Management und Tax Management. An der Schnittstelle zwischen den Disziplinen entsteht Innovation in Lehre, Forschung und Praxis. In der Woche von 20. bis 27. November 2009 bezog die FH Campus Wien ihr neues Stammhaus – das modernste FH-Gebäude Österreichs.

Kontakt:
FH-Prof. Dr. Bea Kuen-Krismer
Dept. Leiterin Applied Life Science
Leiterin FH-Studium Molekulare Biotechnologie FH Campus Wien
Campus Vienna Biocenter 2
1030 Wien
M +43 / 699 / 88 44 95 56
E bea.kuen@fh-campuswien.ac.at
W http://www.fh-campuswien.ac.at

Wien, 1. Dezember 2009

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