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Wissenschaft

6. Dezember 2010

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Hochdotierter Balzan Preis für Durchbruch in der Stammzellenforschung Shinya Yamanaka erhält eine Million Schweizer Franken (ca. EUR 750.000).

Mailand, 6. September 2010 – Der Stammzellenforscher Shinya Yamanaka zählt zu den insgesamt vier Balzan Preisträgern 2010, deren Namen heute in Mailand bekannt gegeben wurden. Er erhält den Balzan Preis für seinen Durchbruch in der Stammzellenforschung, der es erlaubt, den ethisch umstrittenen Einsatz von embryonalen Stammzellen zu vermeiden: Er hat eine Methode entwickelt, mit der bestimmte Körperzellen so umprogrammiert werden können, dass sie embryonalen Stammzellen weitestgehend entsprechen.

Die Balzan Preisträger 2010:

Shinya Yamanaka (Japan/USA), Universität Kyoto, Institut für Integrierte Zellmaterial- Wissenschaften, für Stammzellen: Biologie und potenzielle Anwendungen
Jacob Palis (Brasilien), Universität Rio de Janeiro, Institut für reine und angewandte Mathematik (IMPA), für Mathematik (reine oder angewandte)
Carlo Ginzburg (Italien), Scuola Normale Superiore di Pisa, Accademia Nazionale dei Lincei, für Geschichte Europas (1400-1700)
Manfred Brauneck (Deutschland), Universität Hamburg, Zentrum für Theaterforschung, für Geschichte des Theaters in all seinen Ausdrucksformen

Das Profil der Preisträger und die Begründungen für die Auszeichnungen, die am 19. November im Quirinalspalast in Rom durch Giorgio Napolitano, Präsident der Italienischen Republik, verliehen werden, wurden von Mitgliedern des Preisverleihungskomitees der Internationalen Balzan Stiftung dargelegt:

Nicole Le Douarin* begründete die Vergabe des Preises für Stammzellen: Biologie und potenzielle Anwendungen an Shinya Yamanaka folgendermaßen:
„Für die Entdeckung einer Methode zur Transformation ausdifferenzierter Zellen in solche mit Eigenschaften embryonaler Stammzellen.“

* Emeritierte Professorin des Collège de France; Mitglied des Institut de France und Ständige Sekretärin ehrenhalber der Académie des Sciences.

Étienne Ghys* begründete die Vergabe des Preises für Mathematik (reine oder angewandte) an Jacob Palis folgendermaßen:
„Für seine grundlegenden Beiträge im Bereich der mathematischen Theorie dynamischer Systeme.“ * Forschungsdirektor am CNRS (Nationales Wissenschaftliches Forschungszentrum), Abteilung für reine und angewandte Mathematik, École Normale Supérieure de Lyon.

Quentin Skinner* begründete die Vergabe des Preises für Geschichte Europas (1400-1700) an Carlo Ginzburg folgendermaßen:

Internationale Balzan Stiftung – Pressebüro: T +39 02 76002212 M +39 334 1687132 E ufficio.stampa@balzan.it

Internationale Balzan Stiftung

„Für seine außerordentliche Fähigkeit, Einbildungskraft, wissenschaftliche Genauigkeit und literarisches Talent zu verbinden, um den Volksglauben des frühneuzeitlichen Europas zu erklären und zu veranschaulichen.“
* Barber Beaumont Professor of the Humanities, Queen Mary, Universität London; Fellow der British Academy und des Christ’s College Cambridge; ausländisches Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei, Rom.

Gottfried Scholz* begründete die Vergabe des Preises für Geschichte des Theaters in all seinen Ausdrucksformen an Manfred Brauneck folgendermaßen:
„Für seine umfassende Darstellung von zweieinhalb Jahrtausenden europäischer Theatergeschichte sowie für seine Forschungen über Strömungen und Fakten weltweiter Ausprägungen theatralischer Aktivitäten.“

* Emeritierter Professor für Musikanalytik der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien; Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, München.

Der Präsident des Preisverleihungskomitees, Professor Salvatore Veca, gab gleichzeitig die Themen für die Preisausschreibung 2011 bekannt: Geschichte des griechisch-römischen Altertums, Die Aufklärung, Theoretische Biologie und Bioinformatik, Das frühe Universum (von der Planckzeit zu den ersten Galaxien).

Die Preissumme der vier Balzan Preise 2011 wird 750.000 Schweizer Franken betragen (ca. EUR 570.000).

Die Preisgebiete der Internationalen Balzan Stiftung variieren jedes Jahr, um besonders innovative Forschung auf den Gebieten der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie den Naturwissenschaften, der Physik, Mathematik und Medizin zu würdigen, die im Gegensatz zu traditionellen Wissenschaftsgebieten oftmals spezieller und interdisziplinärer ausgerichtet sind. Gleichzeitig erinnerte er auch an die Aufforderung der Internationalen Balzan Stiftung, die Hälfte des Preisgeldes, das die Preisträger eines jeden Fachgebietes erhalten, für die Finanzierung von Forschungsprojekten aufzuwenden, die vorzugsweise von jungen Wissenschaftlern und Forschern durchgeführt werden sollen.

Anschließend an die Veranstaltung, die in Mailand unter der Schirmherrschaft der Stadt Mailand stattfand, folgte eine Vorlesung von Paolo Rossi Monti, Balzan Preisträger 2009 für Wissenschaftsgeschichte.

Die Internationale Balzan Stiftung wurde im Jahr 1957 gegründet und hat ihre Sitze in zwei Städten. Die Internationale Balzan Stiftung „Preis“ in Mailand, unter dem Vorsitz des Botschafters Bruno Bottai, bestimmt durch das Preisverleihungskomitee die Fachbereiche und wählt die Kandidaten aus. Die Internationale Balzan Stiftung „Fonds“ in Zürich, unter dem Vorsitz von Achille Casanova, verwaltet den Nachlass von Eugenio Balzan.

Hier können Sie Informationen und Fotos der Preisträger downloaden: http://www.balzan.org bzw. bei folgendem Medienkontakt beziehen:

Till C. Jelitto
PR&D Public Relations für Forschung und Bildung – Wien T +43 1 505 70 44
E jelitto@prd.at

Internationale Balzan Stiftung – Pressebüro: T +39 02 76002212 M +39 334 1687132 E ufficio.stampa@balzan.it