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Innovation

10. Dezember 2008

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Gestern noch in der Natur. Heute schon in der Apotheke. Österreichisches Biotech-Unternehmen für Produktentwicklung prämiert

Für die Entdeckung der antiviralen Eigenschaften eines Naturprodukts und dessen rasche Weiterentwicklung zu einem Schnupfenspray hat die Marinomed Biotechnologie GmbH den Mercur 2008 Hauptpreis erhalten. Mit der angesehenen Auszeichnung der Wirtschaftskammer Wien wurde insbesondere die schnelle Umsetzung der Entdeckung samt Markteinführung des Produktes anerkannt. Diese gelang dem Unternehmen gemeinsam mit einem Partner innerhalb von nur 2 Jahren.

Carrageen – ein Naturprodukt aus Rotalgen, das in der Nahrungsmittelindustrie vielfältige Verwendung findet – ist bestens charakterisiert. So dachte man zumindest bis ins Jahr 2005. In diesem Jahr entdeckte das österreichische Biotech-Unternehmen Marinomed Biotechnologie GmbH, dass Carrageen viel mehr kann als bis damals angenommen – auf Grund seiner hohen Viskosität kann es die Nasenschleimhaut länger als vergleichbare Stoffe mit einem schützenden Feuchtigkeitsfilm versorgen. Zusätzlich stellte Marinomed fest, dass Carragen auch noch vor Infektionen mit Schnupfenviren schützt. Durch genaue Kenntnis der notwendigen Entwicklungs- und Zulassungsprozesse gelang dem Unternehmen dann die Zulassung eines auf Carrageen beruhenden Wirkstoffs und dessen Anwendung in einem innovativen Schnupfenspray innerhalb von nur zwei Jahren. Gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen Sigmapharm Arzneimittel GmbH & CoKG wird dieser Wirkstoff als Teil eines Schnupfensprays in hiesigen Apotheken verkauft. Tatsächlich ist dieses Produkt das weltweit erste Nasenspray, das Schnupfen ursächlich verhindert.

Insbesondere für das Management dieser Entdeckung und die dann folgende rasche Entwicklung wurde Marinomed nun von der Jury des Mercur 2008, des Innovationspreises der Wirtschaftskammer Wien, mit dem Hauptpreis in Höhe von EUR 10.000 geehrt.

Natürlich erfinden!

Zu der Auszeichnung und der Entwicklung des Nasensprays mit antiviraler Wirkung äußert sich Andreas Grassauer (CEO) von Marionmed: „Dieser Preis freut uns sehr, weil unser Konzept von der Natur zu lernen und daraus Produkte zu entwickeln, anerkannt wurde. Einmal mehr zeigt sich, dass die Natur sehr viele therapeutische und prophylaktische

Wirkstoffe für die Anwendung in der Medizin bietet. Die Kunst ist es, diese Stoffe zu identifizieren, charakterisieren und zur Marktreife zu entwickeln. Für die medizinischen Indikationen Atemwegsinfektion, Allergie und Entzündung bietet Marinomed genau dieses Know-how. Dank der bei uns etablierten Testplattformen konnten wir so auch die antivirale Eigenschaft des Carrageens entdecken. Anschließend diente unsere bestehende Erfahrung mit Entwicklungs- und Zulassungsprozessen dazu rasch ein marktfertiges Produkt anbieten zu können.“ Nach der Anmeldung zum weltweiten Patent, hatte sich Marinomed entschieden die Markteinführung des Nasensprays gemeinsam mit dem Partner Sigmapharm Arzneimittel GmbH & CoKG zunächst in Österreich durchzuführen. Die bereits gesammelten Erfahrungen am österreichischen Markt stärken nun die Position des Unternehmens bei derzeit laufenden Gesprächen über den Markteintritt in anderen Ländern.

Ein „ocean of ideas“ für eine „Welt voller Wirkstoffe“

Dass Marinomed den Mercur 2008 der Wirtschaftskammer Wien ausgerechnet für die Entdeckung eines antiviralen Wirkstoffs aus einem Meeresorganismus erhielt ist kein Zufall. Dazu Frau Dr. Prieschl-Grassauer: „Auf Grund der hohen Artenvielfalt im Meer gibt es dort auch zahlreiche Stoffe mit medizinischer Wirkung zu entdecken. Darum hatte Marinomed zunächst begonnen Wirkstoffe aus dem Meer zu charakterisieren. Zwischenzeitlich sind unsere Testplattformen zur Erstellung von Profilen von Wirkstoffen weiter entwickelt worden und wir analysieren das therapeutische Potenzial von Naturstoffen aus diversen Quellen. Unser nächster Produktkandidat könnte z. B. auch aus einer Landpflanze stammen. Diesbezüglich haben wir, wie unser Firmenslogan schon sagt, wirklich einen ocean of ideas.“

Der nun verliehene Mercur 2008 würdigt auch das enorme Potenzial der Testplattformen von Marinomed, deren Know-how als state-of-the-art gilt. So sind bereits internationale Institute mit dem Unternehmen im Gespräch um ihre z. T. umfassenden Sammlungen an potenziellen Wirkstoffen aus der Natur in Wien charakterisieren zu lassen.

Über Marinomed GmbH (Stand Dezember 2008)
Marinomed charakterisiert und entwickelt Therapeutika aus nachhaltigen maritimen & terrestrischen Ressourcen. Das Unternehmen hat derzeit 18 MitarbeiterInnen und unterhält 600 qm Labor- und Bürofläche an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Das finanzielle Engagement internationaler privater Investoren bei Marinomed wird ergänzt durch Umsatzerlöse und projektbezogene öffentliche Forschungsmittel.

Kontakt Marinomed:
Mag. Johanna Uhlmann Veterinärplatz 1
1210 Wien
M +43 / 676 / 595 965 0
E johanna.uhlmann@marinomed.com W http://www.marinomed.com

Redaktion & Aussendung:
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Wien, 10. Dezember 2008