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Forschung

1. April 2009

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Die Umwelt simuliert nicht! Neuartiges Simulationsmodell hilft sie zu schonen Experten der FH St. Pölten zeigen mit „Green Dynamics“ Modell wie Unternehmen IT- Ressourcen umweltschonend einsetzen können

St. Pölten, am 1. April 2009 – Ein Simulationsmodell unter dem Namen „Green Dynamics“ zeigt erstmals auf, wie Unternehmen und Organisationen ihre IT- Infrastruktur optimieren können, um den Energieverbrauch maßgeblich zu senken. Damit können diese helfen die CO2-Emissionen zu reduzieren und sparen ganz nebenbei eine Menge Geld. Entwickelt wurde das Modell von der Fachhochschule St. Pölten in Kooperation mit dem Wirtschaftspartner T-Systems und erhielt nach dem Green IT Award 2008 jetzt auch den Umweltpreis der Stadt Wien.

Was uns das Leben erleichtert, kann es der Umwelt ganz schön schwer machen – dies trifft zumindest auf die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu, die wir in der Arbeitswelt intensiv in vielen Berufen nutzen. Denn mit dem steigenden Einsatz von IKT nimmt auch etwas anderes stetig zu: Der Energieverbrauch. Je mehr wir in Unternehmen IT- gestützt arbeiten, desto mehr Strom verbrauchen wir. Daher stellt sich für verantwortungsbewusste Unternehmen und Organisationen die brennende Frage: Wie können wir bei gleich bleibenden IT-Leistungen den Energiebedarf senken?

Eine konkrete Antwort auf diese Frage gibt jetzt erstmals das Simulationsmodell „Green Dynamics“, das der Studiengang Communications & Simulation Engineering der FH St. Pölten unter der wissenschaftlichen Leitung von DI Dr. Christian Hölzl und in Kooperation mit dem Wirtschaftspartner T-Systems entwickelt hat. Denn die Green Dynamics Simulation zeigt auf wie der Energieverbrauch durch die Zusammenführung der IT-Infrastuktur von mehreren Unternehmen bzw. Organisationen in einem Rechenzentrum optimiert werden kann. Das Resultat dieser Optimierung ist eine deutlich verbesserte CO2 Bilanz von Unternehmen, aber auch eine deutliche Kostenreduktion.

Optimierungspotential vorhanden

Durch Computersimulationen können prinzipiell viele natürliche, technische und wirtschaftliche Prozesse im virtuellen Labor untersucht werden. Einen solchen Prozess zeigt das Green Dynamics Modell auf, nämlich wie sich das Zusammenwirken einzelner IKT- Systemkomponenten auf den Energieverbrauch auswirkt, wie DI Dr. Christian Hölzl erklärt:

„Die Leistungsfähigkeit und damit der Energieverbrauch eines Rechenzentrums ergibt sich aus bestimmten Kenngrößen – wie z.B. der Rechenleistung und der Speicherkapazität –, technologischen Maßnahmen und der Anzahl an Unternehmen oder Organisationen, die dieses versorgt. Bei der Modellbildung ist es wichtig, alle Einflüsse und Zusammenhänge im System zu erfassen und zu quantifizieren. Wenn wir alle Parameter kennen, können wir anhand der Simulation auch sagen wie viel Potential für eine Optimierung durch technologische Maßnahmen wie Virtualisierung oder Verbesserung der Power-Usage- Effectiveness vorhanden ist. Gerade die Anzahl der Unternehmen bzw. Organisationen ist dabei ein wichtiger Parameter – denn je mehr Anwender in einem Rechenzentrum zusammengefasst werden, desto mehr Optimierungspotential ist vorhanden.“

Im Vorjahr haben etwa 35 % der Unternehmen im Schnitt nur 13 % ihrer IT-Anwendungen virtualisiert, also mehrere allein stehende Systeme zu effizienteren komplexen Systemen konsolidiert. Ebenso besteht Verbesserungsbedarf beim Power-Usage-Effectiveness-Wert (PUE), der die Effektivität von Rechenzentren ausweist. Denn durchschnittliche Rechenzentren weisen typischerweise nur einen PUE-Wert von 2,5 auf, während innovative Rechenzentren mit einem Wert von bis zu 1,5 wesentlich effektiver sind.

Preisgekrönter Erfolg

Die Simulation macht transparent, dass der Einsatz von Virtualisierung, Pooling und moderner Technik nachweislich zu einer Senkung des Energiebedarfs bei gleich bleibender IT-Leistung führt. T-Systems setzt diese Technologien in ihrem Rechenzentrum am Wiener Standort bereits konsequent ein und auch andere Unternehmen können davon profitieren, so DI Dr. Hölzl: „Auf Basis des Modells können Unternehmen je nach ihrer physischen Größe das Potential zur Energieeffizienzsteigerung ihrer IKT-Infrastruktur ermitteln. Dabei können verschiedene Alternativen durchgespielt werden, um optimale unternehmerische IKT- Entscheidungen treffen zu können, um die Umwelt zu schonen, aber auch Kosten zu senken“. Aufgrund der Möglichkeiten, die das Simulationsmodell zur Umweltschonung aufzeigt, wurde dieses im Vorjahr bereits mit dem Green IT Award 2008 ausgezeichnet und jetzt auch mit dem Umweltpreis der Stadt Wien. Dies zeigt den Erfolg der Forschungsprojekte der Fachhochschule St. Pölten in Kooperation mit Wirtschaftspartnern wie T-Systems.

Über die Fachhochschule St. Pölten

Die Fachhochschule St. Pölten bietet eine qualitätsvolle Hochschulausbildung in den Bereichen Mensch, Wirtschaft und Technologie und betreut in mittlerweile 11 FH-Studiengängen mehr als 1700 Studierende. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die

wissenschaftliche Arbeit erfolgt innerhalb der Studiengänge sowie in eigens etablierten Instituten, in denen laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.

Green Dynamics Simulation zum Ausprobieren unter: http://green-dynamics.t-systems.de
Pressetext zum Download verfügbar unter: http://www.fhstp.ac.at/aktuelles/Presse/pressemeldungen

Kontakt FH St. Pölten:
DI Dr. Christian Hölzl Fachhochschule St. Pölten Studiengang Communications & Simulation Engineering Matthias Corvinus-Str. 15
3100 St. Pölten
T +43 / (0)2742 / 313 228 – 312 E christian.hoelzl@fhstp.ac.at W http://www.fhstp.ac.at

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