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Wissenschaft

22. Januar 2008

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Die Internationale Balzan Stiftung gratuliert Eric Hobsbawm zur Ehrenbürgerschaft Wiens

Eric Hobsbawm wurde gestern von Wiens Bürgermeister Michael Häupl zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt. Damit wurde einer der wichtigsten Gelehrten der heutigen Zeit geehrt, der erst 2003 den Balzan Preis für Europäische Geschichte seit 1900 erhalten hat. Mit den hoch dotierten Balzan Preisen würdigt die Internationale Balzan Stiftung mit Sitz in Mailand und Zürich jedes Jahr besondere wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Geistes- als auch Naturwissenschaften.

Heute feiert die Stadt Wien ihren neuen Ehrenbürger nun gebührend in der Festhalle des Rathauses, indem ihm ein Abend im Rahmen der Wiener Vorlesungen gewidmet wird. Das Leben und die Arbeit von Eric Hobsbawm, der selbst zugegen sein wird, stehen dabei im Fokus.

Erst 2003 wurde ihm der Balzan Preis „für seine brillante Interpretation der verworrenen Geschichte Europas im Zwanzigsten Jahrhundert und seine Fähigkeit, die tiefgründige historische Forschung mit literarischer Meisterschaft zu verbinden“ verliehen. Das Balzan Forschungsprojekt, welches die Periode nach dem Zweiten Weltkrieg untersucht (eine Vergleichsstudie zu den unmittelbaren Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf die Europäische Gesellschaft im Osten und im Westen) und mit der Hälfte des Preisgeldes in Höhe von ca. 625.000 Euro finanziert wurde, ist kürzlich in seine entscheidende Phase gegangen.

Eric Hobsbawm, welcher britischer Staatsbürger ist und 1917 in Alexandria, Ägypten, geboren wurde, lebte in Wien bevor er sich in London niederließ. Er hat eine ganze Generation von Forschern und Forscherinnen geprägt. Seine Bücher „The Age of Empire“ und „Age of Extremes“ zählen zu den am meisten gelesenen und studierten Geschichtsbüchern in der Welt und wurden zu einem Phänomen sowohl des internationalen Verlagswesen als auch der Wissenschaften.

Die Internationale Balzan Stiftung ist seit 1961 aktiv. Sie würdigt weltweit die Kultur und Wissenschaften sowie besonders verdienstvolle Initiativen für Humanität und Frieden. Die Stiftung vergibt jährlich vier Wissenschaftspreise: Je zwei gehen an den Bereich Geistes-, Sozialwissenschaften und Kunst; zwei weitere an die Fachbereiche Physik, Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin und haben einen Wert von je ca. 625.000 Euro. Alle drei bis fünf Jahre verleiht die Balzan Stiftung auch den Sonderpreis für „Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern“ im Wert von ca. 1.250.000 Euro, der im Jahr 2007 an den Österreicher Karlheinz Böhm verliehen wurde. Die Internationale Balzan Stiftung verfügt über zwei Sitze: Die Stiftung in Mailand befasst sich mit der Vergabe der Balzan Preise, die Stiftung in Zürich verwaltet das von Eugenio Balzan hinterlassene Vermögen.

Wien, 22. Jänner 2008