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Wissenschaft

8. September 2014

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Bekanntgabe der Balzan Preisträger 2014. Zusätzlich wurde der Träger des Preises für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern bekannt gegeben

Die Preisträger aus vier Fachgebieten erhalten je 750.000 Schweizer Franken (€ 620.000). Die Hälfte des Preisgeldes muss zur Finanzierung von Forschungsprojekten verwendet werden. Der Friedenspreis ist mit einer Million Schweizer Franken dotiert (€ 830.000).

Mailand, 8. September 2014 – Heute wurden in Mailand die Namen der Balzan Preisträger 2014 bekannt gegeben:
Mario Torelli (Italien), Università di Perugia, für klassische Archäologie
Ian Hacking (Kanada), University of Toronto, für Epistemologie und Erkenntnistheorie (Philosophie des Geistes)

G. David Tilman (USA), University of Minnesota, für grundlegende und/oder angewandte Ökologie der Pflanzen
Dennis Sullivan (USA), City University of New York, für Mathematik (reine oder angewandte)

Der Balzan Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern ist an die Organisation Vivre en famille (Frankreich) verliehen worden.
Die fünf Preisträger wurden in Mailand durch den Präsident des Balzan Preisverleihungskomitees, Salvatore Veca, dem Präsident der Balzan Stiftung „Preis“, Enrico Decleva, in dem Sitz der Stiftung Corriere della Sera angekündigt.

Die Preisträger aus den vier Fachgebieten erhalten je 750.000 Schweizer Franken (zirka € 620.000). Sie müssen die Hälfte des Preisgeldes zur Finanzierung von Forschungsprojekten verwenden.
Der Gewinner des Friedenspreises wird eine Million Schweizer Franken erhalten (zirka € 830.000).
Die Auszeichnungen werden am 20. November in Rom von dem Präsidenten der Italienischen Republik übergeben.

Das Profil der Preisträger und die Begründungen für die Auszeichnungen wurden von Mitgliedern des Preisverleihungskomitees der Internationalen Balzan Stiftung „Preis“ dargelegt:
Paolo Matthiae (emeritierter Professor für Archäologie und Kunstgeschichte des Alten Nahen Ostens an der Universität Rom „La Sapienza“; Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei) begründete die Vergabe des Preises für klassische Archäologie an Mario Torelli folgendermaßen:

„Für die innovative Forschungstätigkeit im Bereich der Kultur in der Antike, von der Zeit der Griechen zu den Etruskern und Römern, für die ausgesprochene Relevanz seines wissenschaftlich methodischen Experimentierens und seiner archäologischen Entdeckungen, für die Originalität seines Schaffens, welches in einem sicheren Gesamtkonzept die historisch-epigraphische Recherche, die ikonologische Analyse, die historisch-religiöse Bewertung und die anthropologische Forschung erfasst. Dabei nimmt er beständig die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sowie die ideologischen und institutionellen Aspekte antiker Kulturen in Betracht“.

Salvatore Veca (Professor für politische Philosophie und Prorektor des Istituto Universitario di Studi Superiori di Pavia – IUSS) begründete die Vergabe des Preises für Epistemologie und Erkenntnistheorie an Ian Hacking wie folgt:
„Für seine grundlegenden und wegweisenden Beiträge zur Philosophie und zur Geschichte der Natur- und Sozialwissenschaften, für die weite thematische Spannbreite seiner Forschungen, für den originellen epistemologischen Ansatz, welcher auf einer Version des wissenschaftlichen Realismus beruht, die dem im vergangenen Jahrhundert vorherrschenden Paradigma der Wissenschaftsphilosophie entgegen gesetzt wird“.

Internationale Balzan Stiftung – Pressebüro: T +39 02 76002212 M +39 334 1687132 ufficio.stampa@balzan.it

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Charles Godfray (Hope-Professor für Zoologie an der Universität Oxford und Fellow des Jesus College; Fellow der Royal Society) begründete die Vergabe des Preises für grundlegende und/oder angewandte

Ökologie der Pflanzen an G. David Tilman folgendermaßen:
„Für seine außerordentlichen Beiträge zur theoretischen und experimentellen Pflanzenökologie. Diese Arbeiten bilden die Grundlage für einen Großteil unseres gegenwärtigen Verständnisses darüber, wie Pflanzengesellschaften strukturiert sind und mit ihrer Umgebung kommunizieren“.

Etienne Ghys (Forschungsdirektor am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung – CNRS, Abteilung für reine und angewandte Mathematik, École Normale Supérieure de Lyon; Mitglied der Académie des sciences) begründete die Vergabe des Preises für Mathematik (reine oder angewandte) an Dennis Sullivan wie folgt:

„Für seine herausragenden Beiträge in den Gebieten der Topologie und der dynamischen Systeme, die künftigen Generationen neue Perspektiven eröffnen, sowie für seine außerordentlichen Entdeckungen in vielen Bereichen der Mathematik wie der Geometrie, der Theorie der Klein‘schen Gruppen und der Zahlentheorie“.

Vivre en famille wurde mit folgender Begründung mit dem Balzan Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern ausgezeichnet:
„Gegründet 1993 in Frankreich, um geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche in eine Familie einzugliedern, hat die Organisation später ihre Tätigkeit auf Afrika ausgedehnt. Heute hat sie ihren Schwerpunkt vor allem in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und bleibt ihrer ursprünglichen Berufung treu, internationale Adoptionen zu unterstützen. Zudem setzt sie sich dafür ein, dass bedürftigen Kindern Krankenhäuser, Schulen und Gesundheitszentren zur Verfügung stehen und kümmert sich auch um die Unterstützung der Mütter. Der Balzan Preis soll die Errichtung einer Mütterstation und die Wiedereröffnung einer Schule in Ibambi ermöglichen (DR Kongo) „.

Die Preisgebiete der Internationalen Balzan Stiftung variieren jedes Jahr, um besonders innovative Forschung auf den Gebieten der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie den Naturwissenschaften, der Physik, Mathematik und Medizin zu würdigen, die im Gegensatz zu traditionellen Wissenschaftsgebieten oftmals spezieller und interdisziplinärer ausgerichtet sind. Die Preisträger müssen die Hälfte des Preisgeldes für die Finanzierung von Forschungsprojekten verwenden, die vorzugsweise von jungen Wissenschaftlern und Forschern durchgeführt werden.

Das Preisverleihungskomitee hat angekündigt, im Jahr 2015 Preise in den folgenden Gebieten zu vergeben:

1 Geschichte der europäischen Kunst (1300 – 1700)
2 Wirtschaftsgeschichte
3 Ozeanographie
4 Astroteilchenphysik einschlieβlich der Beobachtung von Neutrinos und Gammastrahlen

Die Preissumme der vier Balzan Preise beträgt auch 2015 wieder je 750.000 Schweizer Franken.

Der Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern ist ein Sonderpreis, der von der Balzan Stiftung in unregelmäßigen Zeitabständen von mindestens drei Jahren vergeben wird. Diese Auszeichnung geht an eine Person oder Einrichtung, die sich durch besondere humanitäre Leistungen hervorgetan hat.

Der Friedenspreisträger 2014 ist der zehnte in der Geschichte der Balzan Stiftung. Seit 1961, als die Nobel- Stiftung als erste mit diesem Balzan Preis ausgezeichnet worden war, ist er verliehen worden an: Papst Johannes XXIII. (1962), Mutter Therese von Kalkutta (1978), das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge – UNHCR (1986), Abbé Pierre (1991), das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (1996), Abdul Sattar Edhi (2000), die Gemeinschaft von Sant’Egidio (2004) und Karlheinz Böhm (2007).

Die Internationale Balzan Stiftung wurde im Jahr 1957 gegründet und hat ihre Sitze in zwei Städten. Die Internationale Balzan Stiftung „Preis“ in Mailand bestimmt unter dem Vorsitz von Enrico Decleva durch das Preisverleihungskomitee die Fachbereiche und wählt die Kandidaten aus. Die Internationale Balzan Stiftung „Fonds“ in Zürich verwaltet unter

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dem Vorsitz von Achille Casanova den Nachlass von Eugenio Balzan, mit dem Zweck, der Internationalen Balzan

Stiftung „Preis“ die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Info und Download: www.balzan.org

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Balzan Preis – ein Preis für die Forschung

Innert zwölf Jahren wurden mit CHF 24,5 Mio.
52 Projekte mit jungen Nachwuchsforschern aus der ganzen Welt finanziert.

Mailand / Zürich, 8. September 2014 – Seit 2001 sind die Balzan Preisträger aufgefordert, die Hälfte der Preissumme in Forschungsprojekte zu investieren. Diese Forschungsprojekte von Nachwuchswissenschaftlern sind eine Besonderheit des Balzan Preises zugunsten neuer und interessanter Studienfachgebiete und wissenschaftlicher Forschung.

In dreizehn Jahren (2001 – 2013) wurden 52 Forschungsprojekte in allen wissenschaftlichen und humanistischen Fachgebieten durchgeführt. Die Forschungsprojekte, betrieben von jungen Forschern aus 20 Ländern unter Beteiligung von rund 500 weiteren Forschenden, wurden mit dem Balzan Preis von insgesamt CHF 24,5 Mio. (zirka € 20 Mio.) finanziert.

Die vier neuesten Forschungsprojekte aus den Preisgebieten 2014 (klassische Archäologie, Epistemologie und Erkenntnistheorie, Grundlegende und/oder angewandte Ökologie der Pflanzen, Mathematik) werden von den Preisträgern 2014 dem Preiskomitee zur Genehmigung vorgeschlagen. Die Projektvorschläge beinhalten Angaben zur Projektidee, zu den Verantwortlichen und beteiligten Instituten und Forschungszentren. Nach Genehmigung durch das Balzan Preiskomitee werden für die neuen Projekte je CHF 375.000, respektive ein Total von CHF 1,5 Mio. durch die Balzan Stiftung „Fonds“ überwiesen.

Die Balzan Stiftung „Preis“ verfolgt die Projektentwicklung und nimmt Rapporte sowie die Abrechnung direkt vom Preisträger entgegen. Die Forschungsergebnisse wurden in Hunderten von wichtigen akademischen Artikeln und als innovative Beiträge in etwa zwanzig Publikationen sowie auf Konferenzen und Workshops veröffentlicht.

Das Balzan Preiskomitee hat für 2015 die Balzan Preise in folgenden Fachgebieten angekündigt:

Geschichte der europäischen Kunst (1300 – 1700)
Wirtschaftsgeschichte
Ozeanographie
Astroteilchenphysik einschlieβlich der Beobachtung von Neutrinos und Gammastrahlen

Die Hälfte dieser Preise im Gesamtwert von CHF 3 Mio. wird weiterhin der Forschungsfinanzierung dienen.

Ein Überblick über die Nachwuchsförderungsprojekte 2001 – 2012 geben die Publikationen „The Balzan Prizewinner’s Research Projects: An Overview“. Sie können online heruntergeladen werden: www.balzan.org/de/veroffentlichungen

Die Sektion „Forschungsprojekte“ auf der Balzan Webseite www.balzan.org informiert über den aktuellen Stand der Umsetzung und über wesentliche Neuerungen und Anlässe der Balzan Forschungsprojekte.

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