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Wissenschaft

3. September 2007

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Bekanntgabe der Balzan Preisträger 2007 für Angeborene Immunität, Nanowissenschaften, Völkerrecht nach 1945 und für Europäische Literatur (1000-1500)

Die Preise sind für jedes der vier Fachgebiete auf eine Million Schweizer Franken dotiert (610.000 Euro). Die Hälfte davon ist auf Forschungsprojekte zu verwenden.

Mailand, 3. September 2007 – Heute wurden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung die Namen der Balzan Preisträger 2007 bekannt gegeben.

Bruce Beutler und Jules Hoffmann (USA und Frankreich), The Scripps Research Institute, La Jolla, Kalifornien und Académie des Sciences, Paris, für Angeborene Immunität

Sumio Iijima (Japan), Meijo University, Nagoya für Nanowissenschaften

Rosalyn Higgins (Großbritannien), Präsidentin des Internationalen Gerichtshofes, Den Haag, für Völkerrecht nach 1945

Michel Zink (Frankreich), Collège de France für Europäische Literatur (1000-1500)

Das Profil der Preisträger und die Begründungen für die Auszeichnungen wurden von einigen der Mitglieder des Preisverleihungskomitees dargelegt.

Nicole Le Douarin (ständige Ehrensekretärin der Académie de Sciences, Honorarprofessorin am Collège de France) begründete die Vergabe des Preises für Angeborene Immunität an Jules Hoffmann und Bruce Beutler folgendermaßen:

„Diesen beiden Forschern wird gemeinsam der Balzan Preis zuerkannt für ihre Entdeckung der genetischen Mechanismen, die der angeborenen Immunität zu Grunde liegen. In enger Zusammenarbeit haben sie eine neue Konzeption der molekularen Abwehrmechanismen entwickelt, welche alle Organismen, die primitivsten wie die hoch entwickelten, gegen infektiöse Agenzien aktivieren. Ihre Arbeiten führen zu vielversprechenden medizinischen Applikationen.“

Nicola Cabibbo (Professor für Physik der Universität La Sapienza Rom, Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei und Präsident der Pontificia Academia Scientiarum) begründete die Vergabe des Preises für Nanowissenschaften an Sumio Iijima folgendermaßen:

„Für seine Entdeckung der Kohlenstoffnanoröhrchen, insbesondere der einwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen und die Erforschung ihrer Eigenschaften.“

Luzius Wildhaber (ehemaliger Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und emeritierter Professor für Völkerrecht, Verfassungsrecht und Rechtsvergleichung der Universität Basel) begründete die Vergabe des Preises für Völkerrecht nach 1945 an Rosalyn Higgins folgendermaßen:

„Für ihre grundlegenden Beiträge zur Entwicklung des Völkerrechts seit dem Zweiten Weltkrieg, sowohl als Wissenschafterin wie als Richterin und Gerichtspräsidentin; für ihre klaren und präzisen, vernünftigen und konstruktiven, zugleich auch innovativen und wertorientierten, der Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten verpflichteten Bücher, Dokumentensammlungen, Artikel und Gerichtsurteile; für ihre führende Rolle in der Stärkung und Weiterbildung des modernen internationalen Rechts.“

Karlheinz Stierle (Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, emeritierter Professor für romanische Literatur der Universität Konstanz, korrespondierendes Mitglied der Académie de Sciences morales et politiques Paris) begründete die Vergabe des Preises für Europäische Literatur (1000-1500) an Michel Zink folgendermaßen:

„Für seine grundlegenden Beiträge zum Verständnis der französischen und okzitanischen Literatur des Mittelalters als einem entscheidenden Kapitel in der Herausbildung der europäischen Literatur der Nachantike, für seine Neuinterpretation des Verhältnisses von mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur, für seine bahnbrechenden Initiativen, um die Literatur des Mittelalters wieder ins kulturelle Gedächtnis Frankreichs und Europas zurückzubringen.“

Der Präsident des Preisverleihungskomitees, Botschafter Sergio Romano sagte: „Die prämierten Fachgebiete, die von Jahr zu Jahr wechseln, ermöglichen es, spezielle Forschungszweige in den Vordergrund zu stellen, die entweder innovativ sind oder von anderen internationalen Preisen wenig beachtet werden. Wie immer zeigten die zwanzig hochrangigen Wissenschafter aus elf verschiedenen europäischen Ländern großes Engagement bei der Auswahl der Preisträger unter den Kandidaten, die von den bedeutendsten internationalen kulturellen Institutionen vorgeschlagen worden waren.

Der Präsident der Balzan Stiftung „Preis“, Botschafter Bruno Bottai zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Prestige der bedeutenden Forscher, denen der Balzan Preis am 23. November in Bern verliehen werden wird, gemäß dem Brauch, zwischen der italienischen und der Schweizer Hauptstadt zu wechseln. Es sollte auch an die Forderung der Balzan Stiftung erinnert werden, die Hälfte der Million Schweizer Franken, die die Sieger aller vier Fachgebiete als Preisgeld erhalten, für die Finanzierung

von Forschungsprojekten aufzuwenden, die vorzugsweise von jungen Wissenschaftern und Forschern durchgeführt werden sollen.

Anschließend an die Veranstaltung, die im Städtischen Planetarium Mailand „Ulrich Hoepli“ unter der Schirmherrschaft der Stadt Mailand stattfand, und bei der die Bürgermeisterin Letizia Moratti, der Kulturdezernent Vittorio Sgarbi und der Stadtratsvorsitzende Manfredi Palmieri anwesend waren, folgte eine Vorlesung von Professor Paolo de Bernardis, Balzan-Preisträger 2006 für Beobachtende Astronomie und Astrophysik, ordentlicher Professor für Astrophysik und Kosmologie an der römischen Universität La Sapienza. Der Vortrag mit dem Titel „Archäologie des Universums“ beschrieb, wie es mit Hilfe der Analyse kosmischer Hintergrundstrahlung möglich ist, die ersten Entwicklungsstadien des Universums nach dem Urknall zu beobachten.

Die Internationale Balzan Stiftung wurde 1957 gegründet und ist in zwei Städten tätig. Die Balzan Stiftung „Preis“ (in Mailand, unter dem Vorsitz des Botschafters Bruno Bottai), bestimmt durch das Preisverleihungskomitee die Fachbereiche und wählt die Kandidaten aus. Die Balzan Stiftung „Fonds“ (in Zürich, unter dem Vorsitz von Achille Casanova) verwaltet den Nachlass von Eugenio Balzan.

Weitere Informationen: In den nächsten Stunden schalten wir die Fotos der Preisträger und weitere Informationen unter http://www.balzan.org.

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