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Wissenschaft

4. September 2006

BEKANNTGABE DER BALZAN PREISTRÄGER 2006 IN MAILAND. Vier Preise zu je einer Million Schweizer Franken

Mailand, 4. September 2006 – Die Internationale Balzan Stiftung hat heute in Mailand die Balzan Preisträger 2006 bekannt gegeben:

– Ludwig Finscher, Deutschland, für Geschichte der abendländischen Musik seit 1600

– Quentin Skinner, Großbritannien, für Geschichte und Theorie des politischen Denkens

– Andrew Lange, USA & Paolo de Bernardis, Italien für Beobachtende Astronomie und Astrophysik

– Elliot M. Meyerowitz, USA & Chris R. Somerville, Kanada/USA, für Molekulargenetik der Pflanzen

Die Preisträger wurden vom Preiskomitee, unter dem Vorsitz des Botschafters Sergio Romano, bestimmt. Dem Preiskomitee gehören 20 namhafte europäische Natur- und Geisteswissenschaftler an – darunter ein Österreicher. Die Auswahl wurde aufgrund von zahlreichen Bewerbungsvorschlägen von Universitäten, Akademien und internationalen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen getroffen.

Von der Preissumme – 1 Million Schweizer Franken (ca. 640’000 Euro) – stellt der Preisträger die Hälfte für durch ihn bestimmte Forschungsprojekte von Nachwuchswissenschaftlern zur Verfügung.

Die Auszeichnungen werden anlässlich der Preisverleihung am 24. November 2006 durch den italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano in der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom übergeben.
Gleichzeitig wurden heute die Preisgebiete 2007 bekannt gegeben:

– Europäische Literatur (1000-1500) – Völkerrecht seit 1945
– Angeborene Immunität
– Nanowissenschaften

Im kommenden Jahr wird die Balzan Stiftung zusätzlich den Sonderpreis von zwei Millionen Schweizer Franken (ca. 1’280’000 Euro) für „Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern“ verleihen. Ehemalige Preisträger waren u.a. Mutter Theresa (1978) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (1996).

Balzan Preisträger 2006
Begründungen des Preiskomitees zur Wahl der Preisträger:

– Ludwig Finscher, Deutschland, Universität Heidelberg, Heidelberg Preis für Geschichte der abendländischen Musik seit 1600 „Für seine umfassende Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Musikwissenschaft, für seine scharfsinnigen und einprägsamen Erläuterungen musikalischer Kunstwerke, für seine tiefschürfenden Kommentare zu musikalischen Phänomenen sowie für die editorische Leitung der Neuausgabe der Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart, welche solche Erkenntnisse einem breiten Kreis von Musikern und Musikliebhabern zugänglich macht.“

– Quentin Skinner, Großbritannien, University of Cambridge, Cambridge Preis für Geschichte und Theorie des politischen Denkens „Für die Entwicklung einer innovativen Methode zur Erforschung der Ideengeschichte, seinen grundlegenden Beitrag zur Geschichte des politischen Denkens und seine tiefdringenden Reflexionen über die Natur der Freiheit.“

– Paolo de Bernardis, Italien, Università degli Studi di Roma La Sapienza, Rom & Andrew E. Lange, USA, California Institute of Technology, Pasadena, Kalifornien
Preis für Beobachtende Astronomie und Astrophysik. Für ihren Beitrag zur Kosmologie, im Besonderen mit dem Ballon-Experiment Boomerang in der Antarktis.“

– Elliot M. Meyerowitz, USA, California Institute of Technology, Pasadena, Kalifornien & Chris R. Somerville, Kanada/USA, Stanford University, Stanford, Kalifornien Preis für Molekulargenetik der Pflanzen „Für ihren gemeinsamen Einsatz für die Etablierung von Arabidopsis als Modell für die Erforschung der molekularen Genetik von Pflanzen. Diese gemeinsame Leistung hat weitreichende Konsequenzen sowohl für die Grundlagenforschung wie auch für potenzielle Anwendungen in diesem Gebiet.“

Die Internationale Balzan Stiftung ist seit 1961 aktiv. Sie würdigt weltweit die Kultur und Wissenschaften sowie besonders verdienstvolle Initiativen für Humanität und Frieden. Die Stiftung vergibt jährlich vier Wissenschaftspreise: Je zwei gehen an den Bereich Geistes-, Sozialwissenschaften und Kunst; zwei weitere an die Fachbereiche Physik, Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin. Alle drei bis fünf Jahre verleiht die Balzan Stiftung auch den Sonderpreis für „Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern“, der mit zwei Millionen Schweizer Franken (ca. 1’280’000 Euro) dotiert ist. Die Internationale Balzan Stiftung verfügt über zwei Sitze: Die Stiftung in Mailand befasst sich mit der Vergabe der Balzan Preise, die Stiftung in Zürich verwaltet das von Eugenio Balzan hinterlassene Vermögen.

Weitere Informationen:
In den nächsten Stunden schalten wir die Fotos der Preisträger und weitere Informationen unter http://www.balzan.ch/only4Press/index.cfm auf.

Über www.balzan.com finden Sie Informationen über frühere Preisträger und die Stiftung.

Kontakt:
PR&D – Public Relations for Research and Development Pressestelle Österreich der Internationalen Balzan Stiftung Till C. Jelitto
Campus Vienna Biocenter 2
A-1030 Wien
T +43 (0)1 505 70 44
E contact@prd.at

Wien, 4. Sepember 2006