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Press Release

13. November 2017

Die Veranstaltungsreihe "Am Puls" des Wissenschaftsfonds (FWF) fördert seit 2007 den Dialog zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft.

Postfaktische Gesellschaft – Wenn Wissenschaft zur Glaubensfrage wird

Vortragsabend mit Diskussion „Am Puls Nr. 57“

Die Veranstaltungsreihe „Am Puls“ des Wissenschaftsfonds (FWF) fördert seit 2007 den Dialog zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft. „Am Puls“ liefert Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung aus erster Hand und verknüpft diese mit der täglichen Praxis. Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren in dem beliebten Wissenschaftsformat anerkannte Forscherinnen und Forscher sowie Expertinnen und Experten aus der Praxis relevante gesellschaftliche Fragestellungen.

„Am Puls“ vermittelt dabei die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft und ermöglicht der interessierten Öffentlichkeit ebenso wie den Vertreterinnen und Vertretern der Forschung einen Austausch und einen Dialog auf Augenhöhe.

Link zum Veranstalter: www.fwf.ac.at

Die Veranstaltungsreihe „Am Puls“ wird barrierefrei durchgeführt und bietet am Veranstaltungsabend das Service eines Gebärdensprach-Dolmetsch-Dienstes.

Sprecher:

Thomas Grundmann

Universität zu Köln

Philosophisches Seminar

Josef Seethaler

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Institut für vergleichende Medien

Donnerstag, 30.11.2017 – 18 Uhr

Theater Akzent

Prof. Dr. Thomas Grundmann

Sein Ausgangspunkt ist die Frage, warum gegenwärtig Vertrauen in Experten und Wissenschaften schwindet und Verschwörungsdenken um sich greift. Seine These: in der modernen Wissensgesellschaft haben Experten mehr Anspruch auf Glaubwürdigkeit als Laien; deshalb gelten hier nicht die Spielregeln demokratischer Gleichheit. Er meint, dass es unmittelbar zum Verschwörungsdenken führen kann, wenn man wissenschaftlichen Autoritäten nur folgt, sofern sie eigenen Plausibilitätserwägungen standhalten.

Dr. Josef Seethaler

Er adressiert die Frage, warum wir in einem Zeitalter propagierter “Posts” leben: “Postmoderne”, “Postdemokratie” und nun “Postfaktizität”. Er kommentiert Zusammenhänge mit der Trennung von öffentlicher und privater Sphäre sowie mit der Verdrängung von Emotionen aus dem öffentlichen Diskurs. Er spricht genauso über die Rolle der sozialen Medien wie über die ungenügenden Reaktionen von Politik, Journalismus und Wissenschaft. Diese analysieren seiner Einschätzung nach den dahinterliegenden Wertewandel, konnten ihn aber nicht kommunizieren.